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Einsatzberichte

Orkantief Kyrill forderte Einsatz

Das über Europa hinwegziehende Orkantief "Kyrill" hat auch den Westerwald nicht unverschont gelassen. Der Ortsverband Westerburg war in den Verbandsgemeinden Rennerod und Westerburg im Einsatz.

Die Wetterwarnungen der Presse und im Rundfunk waren eindeutig. Ein Orkantief wird Deutschland in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 erreichen. Die metereologischen Voraussagen warnten vor Orkanböen, Starkregen und Windgeschwindigkeiten in der Region Westerburg/Rennerod bis 170 km/h.
Vorsorglich wurde am Donnerstag abend die Unterkunft besetzt, damit im Einsatzfalle die Anfahrt für die Helfer noch möglich ist.

Bereits gegen 20:30 Uhr wurde der Ortsverband um Unterstützung durch die Freiwillige Feuerwehr Rennerod gebeten. Während der ganzen Nacht konnten die 23 eingesetzten Kräfte in dem Raum Rennerod, Nister-Möhrendorf, Zehnhausen und Oberroßbach die Feuerwehreinheiten mit schwerem Räumgerät unterstützen. Der Einsatz des Bergungsräumgerätes war in vielen Fällen hilfreiches Mittel, um die Straße durch die teilweise übereinander liegenden Baumstämme zu räumen. Die Gefahr von nachstürzenden Bäumen, die Arbeit in der Dunkelheit und der peitschende Regen, forderte von den Helfern absolute Konzentration und Einsatzdisziplin auf die gestellten Aufgaben. Dabei stand die Minimierung der Eigengefährdung immer im Vordergrund.
Insgesamt 10 verschiedene Einsatzstellen konnten in der Nacht bewältigt werden. Gegen 4:30 Uhr lag zunächst kein Einsatzauftrag mehr vor, so dass der Technische Zug in Bereitstellung in die Unterkunft einrückte.
Bestimmte Straßenabschnitte waren gesperrt, weil eine objektive Lageeinschätzung nur bei Tageslicht möglich war.
Mit den Einsatztentralen von Westerburg und Rennerod wurde in der Nacht die weitere Vorgehensweise abgestimmt.
Bereits um 05:30 Uhr wurde mit dem Stromerzeuger ein Hofgut mit Notstrom versorgt, um die Melkmaschine und die Milchkühlung zu betreiben, denn die Ortschaft war bis dahin noch nicht wieder mit Strom versorgt.
Um 06:30 Uhr wurde mit der Beräumung der Bundesstraße B255 auf dem Teilstück zwischen Höhn und Ailertchen begonnen. Dort lagen ca. 50 Fichten über die Straße.
Auch hier erwies sich der Einsatz des Kippers mit Seilwinde und des Bergungsräumgerätes als gutes Mittel, zumal die Stämme in der gesamten Länge erhalten werden konnten. Nach ca. 4 Stunden wurde die B255 wieder für den Verkehr freigegeben.
Drei weitere Einsatzstellen wurden abgearbeitet, bevor der Einsatz der mittlerweile teilweise ausgetauschten Mannschaft gegen 14:00 Uhr beendet war.
Am darauffolgenden Samstag wurde die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt, Fahrzeuge betankt, Kettensägen geschärft, Einsatzmaterial gereinigt.
Ingesamt war der Ortsverband Westerburg mit 32 Helfern und ca. 500 Einsatzstunden an 14 verschiedenen Einsatzstellen vor Ort. Die Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr war sehr gut.

24.01.2007 - Verfasser: Thorsten Kraft

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