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Einsatzberichte

Keine Advents- sondern Bombenstimmung!

Der THW-Ortsverband Westerburg unterstützte am 04.12.2011 mit Helfern der Fachgruppe Führung/Kommunikation (FK) und des Technischen Zuges eine der größten Evakuierungsmaßnahmen in Koblenz.

Der extreme Niedrigwasserstand des Rheins förderte in den letzten Wochen eine Reihe von Kampfmitteln aus dem zweiten Weltkrieg zu Tage. Der Kampfmittelräumdienst ist bereits seit Tagen im Dauereinsatz. Den größten Fund stellte jedoch eine 1800 Kilogramm schwere Luftmine aus dem zweiten Weltkrieg dar, die im Rhein in Höhe des Koblenzer Stadtteils Pfaffendorf gefunden wurde.
Die Entschärfung dieser Luftmine, einer weiteren 125-Kilo-Fliegerbombe sowie eines Tarnnebelfasses führte dann am Sonntag, dem 04.12.2011 im Großraum der Stadt Koblenz nach intensiven Vorbereitungen und einem großen logistischen Aufwand zu einer der größten Evakuierungsmaßnahmen in Deutschland seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. 45.000 Menschen mussten hierzu ihre Häuser und Wohnungen verlassen, 7 Altenheime, 2 Krankenhäuser und die Justizvollzugsanstalt (JVA) Koblenz mussten zudem evakuiert werden. Rund 2500 Einsatzkräfte u. a. von der Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehr, THW, DRK, Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe, Bundes-, Landes- und Wasserschutzpolizei, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Bundeswehr und dem Ordnungsamt der Stadt Koblenz waren hierzu im Einsatz.
Der Ortsverband Westerburg erhielt für die Fachgruppe FK den Einsatzauftrag, einen Meldekopf im Bereitstellungsraum (B-Raum) Ost einzurichten und zu betreiben. Unterstützt wurde die Fachgruppe dabei vom Zugtrupp des Technischen Zuges. Zudem wurde der Mannschaftstransportwagen des Ortsverbandes mit zwei Helfern für Lautsprecherdurchsagen innerhalb des Stadtgebietes von Koblenz eingesetzt.
Bereits um 04:30 Uhr war die Nacht für die Helfer aus Westerburg zu Ende. Zunächst wurde der THW-Ortsverband Koblenz angefahren, der als Leitungs- und Koordinierungsstelle (LuK) für die eingesetzten THW-Kräfte diente. Hier erfolgte ein Briefing, bevor es dann zur Einsatzstelle im B-Raum ging. Bereits um 06:00 Uhr trafen dort die ersten vorgesehenen Einheiten ein und wurden registriert. Im Verlauf des Tages wurden rund 300 Einsatzkräfte im B-Raum Ost verzeichnet. Für die Einsatzfahrzeuge wurden entsprechende Parkzonen ausgewiesen, da nicht alle Kräfte mit ihren Fahrzeugen in das Einsatzgebiet fuhren. Diese wurden mit Bussen in das Stadtgebiet von Koblenz befördert. Nachdem das Evakuierungsgebiet vollständig geräumt war, konnte gegen 13:30 Uhr der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit aufnehmen. Gegen 15:40 Uhr war die Luftmine und die Bombe entschärft, eine dreiviertel Stunde später das Tarnnebelfass gesprengt. Nach einer abschließenden Luftmessung bezüglich möglicher Schadstoffe erfolgte die Freigabe und Aufhebung der Evakuierung. Sofern Einsatzkräfte nicht mit der Rückführung von Personen bzw. Transportaufgaben betraut waren, konnten diese sich bereits aus dem B-Raum wieder abmelden und die Heimreise antreten. Für die Helfer aus Westerburg endete der Einsatz mit dem Erreichen der Unterkunft und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft um 20.00 Uhr. Die Stadt Koblenz, vertreten durch den Koblenzer Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig lobte die sehr gute Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und Institutionen in den Bereichen der Einsatzleitung, Medienarbeit und der eigentlichen Durchführung des Einsatzes, alle Räder griffen bestens ineinander.


05.12.2011 - Verfasser: Wolfgang Weber

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