Kontakt | Impressum | Sitemap
ident_thwthema

aktuelles / Mitteilungen

50-Jahr-Feier

Der Ortsverband des Technischen Hilfswerkes (THW) Westerburg feierte am vergangenen Sonntag mit einem „Tag der offenen Tür“ sein 50-jähriges Bestehen.
Der Ortsbeauftragte Thorsten Kraft und seine Kameraden freuten sich über die vielen Gratulanten, die das bunte Programm genossen und sich gerne zum Verweilen einladen ließen.


Darunter waren auch Klaus Loos aus Elbtal-Dorchheim und Karl-Heinz Olberts aus Obersayn. Die Beiden waren Mitglieder aus den ersten Gründerjahren und freuten sich über das Wiedersehen. Loos hatte einige Fotos dabei, die schnell für Gesprächsstoff sorgten. Erinnerungen wurden wach. So auch an die Teilnahme bei Wettkämpfen wie den Sieg des THW Westerburg bei dem Bundeswettkampf der Bergungszüge oder den Gruppenführer-Lehrgang im Jahre 1971. Dass sich in Sachen Kleidung und Ausstattung über die Jahrzehnte hinweg viel getan hat, wurde auch bei der umfangreichen Ausstellung deutlich. Dazu gehörte auch eine Vielzahl an Fahrzeugen in Miniatur und Original. Schade, dass das Wetter nicht so ganz mitspielte und der am Nachmittag einsetzende Regen den Spaß bei Hüpfburg und Rollenrutsche minderte. Gerne ließ sich der Nachwuchs schminken oder schaute zusammen mit Eltern und Großeltern fasziniert bei den verschiedenen Vorführungen zu. So auch bei Stefan Müller, Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder des Forstbildungszentrums Hachenburg. Er zeigte mit Hilfe eines Spannungssimulators, welche Gefahren von einem unter Spannung stehenden, umgestürzten Baum ausgehen. Ein Stihl Testtag mit den neuesten Motorsägen lud zum Ausprobieren ein.

Rückblick
Dem bunten Programm am Nachmittag war ein kleiner Festakt vorausgegangen. Als Hausherr hieß Thorsten Kraft zunächst die zahlreichen Ehrengäste von befreundeten Vereinen, Organisationen und der Politik willkommen. Die Gästeliste für den offiziellen Start in den Tag lese sich wie das „Who is Who“ des Westerwälder Katastrophenschutzes der Feuerwehren, des DRK, des THW und der DLRG, so Kraft. Sein besonderer Gruß galt auch den hochrangigen politischen Vertretern, Abgeordneten und Bürgermeistern.„Das Fest sei in gewissem Sinne wie ein 50. Geburtstag in einer großen Familie und gleichzeitig ein guter Grund einmal anzuhalten, sich umzuschauen - sowohl nach vorne, als auch in die Vergangenheit und Danke zu sagen“ hob der Ortsbeauftragte hervor.
Sein Blick ging zurück an die Anfänge. Im Juni 1965 trafen sich in der Gaststätte „Zum Löwen“ am Alten Markt neun Männer und gründeten das THW in Westerburg. Vorausgegangen war eine Initiative des damaligen Stadtbürgermeisters Reinhold Ferger, der den Aufbau einer solchen Rettungsorganisation in Westerburg vorantrieb. Hinsichtlich des Ortsbeauftragten sei damals vermerkt worden: „Es muss ein Mann gefunden werden, der in der Lage ist, einfache, gerade und kernige Menschen zu führen.“ Das sei heute anders und daher ein Grund über einen solchen Satz zu schmunzeln, so Kraft. Das erste Gefährt war damals ein VW-Bus, der in einer Scheune neben der alten Synagoge in der Oberstadt untergebracht worden sei. Ein Neubau unmittelbar neben der Schlosskirche war geplant. Stationen für die Ausrüstung waren auch der Keller der ehemaligen Realschule, zeitweise Räume im Gebäude der Feuerwehr und in der Handelsschule. Seit 1972 hat das THW Westerburg in der Langenhahner Straße, in einer ehemaligen Fabrik für Treibhausbewässerungen, eine bleibende Heimat gefunden.

Ehrenamtlicher Einsatz
„Uns allen sind die schlimmen Bilder von Umweltkatastrophen mit den Verwüstungen, Zug- und Flugzeugunglücke, die uns die Presse topaktuell zur Verfügung stellt, vor Augen. Das THW leistet zusammen mit den Partnerorganisationen Hand in Hand Hilfe für die Bürger. Ehrenamtlich sei deren Wirken darauf ausgelegt, 24 Stunden am Tag,, 7 Stunden die Woche, 365 Tage im Jahr – und nunmehr genau 50 Jahre im Ortsverband Westerburg in den Einsatz gehen zu können“, hob Kraft hervor. Insgesamt waren in den vergangenen 50 Jahren knapp 650 weibliche und männliche Helfer aus dem Westerwald beim THW Westerburg tätig. Das THW habe sich in vielerlei Hinsicht entwickelt. Waren 1965 noch ein Mannschaftsbus, ein Schlauchboot, Greifzug und Schaufeln die Standardausstattung, so war die größte Entwicklung doch die Verselbständigung des THW in 1990. Aus den personenstarken Bergungszügen wurden technische Züge und Fachgruppen mit Spezialausrüstung. Aus dem als „Kriegswarteverein“ scherzhaft bezeichnetem THW entwickelten sich aktive Ortsverbände. Besonders zu erwähnen sei, dass die ehrenamtliche Mitwirkung im THW eingeführt wurde und mit Günther Seekatz der zweite Bundessprecher aus dem Ortsverband stammte. Nun wurde Günther Seekatz von Thorsten Kraft für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Neues Fahrzeug
Lobende Worte galten auch der Jugendgruppe, die aus 15 Mädchen und Jungen bestehe und die zusammen mit ihren Betreuern in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiere. Sein besonderer Dank galt neben den Sponsoren auch den Freunden und Förderern sowie den Familien, die im Hintergrund das Ehrenamt unterstützten. Ein Verein werde ohnehin nicht älter, sondern erfülle Generationenaufgaben, so Kraft. Im Anschluss fanden Einweihung und Übergabe des neuen Führungskraftwagens und des Führungs- und Lageanhängers statt. Das besondere an diesem insgesamt 200.000 EUR teurem Gerät ist, dass das Fahrzeug noch vor der offiziellen Indienststellung bereits zum ersten Mal im Einsatz war und zwar bei der Bombenentschärfung in Koblenz vor einer Woche.
Reichlich Beifall erntete der Musikverein Guckheim, der für einen zünftigen musikalischen Frühschoppen sorgte. Das Deutsche Rote Kreuz, Betreuungsdienst Langenhahn, bot Leckeres aus der Feldküche und vom Grill an. Außerdem gab es Kuchenbuffet und Kaffee. Gut angenommen wurde auch der Shuttle Service.
Text und Foto: Ulrike Preis


16.09.2015 - Verfasser: Thorsten Kraft

Dieser Artikel wurde bereits 2495 mal gelesen.