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Beim THW endet ein Ära

Günther Seekatz war seit 1978 als Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerkes Westerburg tätig

Eine Ära geht für den THW Ortsverband Westerburg zu Ende: Beim Neujahrsempfang wird der langjährige Ortsbeauftragte Günther Seekatz aus dem Ehrenamt verabschiedet.


WESTERBURG. "Wie ich zum Technischen Hilfswerk gekommen bin? Da half ein Zufall nach", erinnert sich Günther Seekatz. Es war im Jahr 1974, als er beim damaligen Ortsbeauftragten Günter Rustmeier vorsprach, ob es beim THW nicht möglich wäre, ein Boot der DLRG unterzustellen. "Kannst du machen, aber dann musst du auch Mitglied hier werden", so die Antwort. Gesagt, getan - und damit begann eine THW-Karriere, die ihresgleichen sucht.

Bereits 1976 war Seekatz THW-Zugführer, schon 1978 wurde er zum Ortsbeauftragten ernannt, 1985 wurde er zum Landessprecher des Technischen Hilfswerkes für Rheinland-pfalz gewählt und übte von 1990 bis 1998 auch das Amt des Bundessprechers aus. Seit 1999 ist Seekatz stellvertretender Landesvorsitzender der THW-Landesvereinigung Rheinland-Pfalz und in dieser Funktion maßgeblich in Führungs- und Repräsentationsaufgaben eingebunden.

"Nach 26 Jahren Ortsbeauftragter ist jetzt eine andere Generation dran", meint der 63-Jährige. Beim THW-Neujahrsempfang geladener Gäste am Sonntag, 22. Januar, 10.30 Uhr, im Ratssaal der Verbandsgemeinde, wird er aus seiner Funktion verabschiedet und zugleich Thorsten Kraft in dieses Ehrenamt eingeführt werden.

"Beim THW habe ich gefunden, was ich gesucht habe: Den Umgang mit jungen Leuten. Mit ihnen eine Organisation schaffen, die in der Lage ist, allen Anforderungen zu genügen, die an sie gestellt werden", zieht Seekatz persönliche Bilanz. Seit den 70er- Jahren hätten sich wesentliche Veränderungen vollzogen, das THW sei mit der Wiedervereinigung "aus dem Dornröschenschlaf" erwacht. "Jetzt steht die humanitäre Hilfe an erster Stelle", berichtet der Ortsbeauftragte. Zweites wichtiges Aufgabenfeld sei der Katastrophenschutz und erst an dritter Stelle folge der Zivilschutz, also die Hilfe im Verteidigungsfall - und damit die Aufgabe, die bis 1989 das THW ausschließlich prägte.

An diesem Strukturwandel hat sich Seekatz maßgeblich beteiligt. "Ich war als Bundessprecher Mitglied des Arbeitskreises, der sich mit der Neuorganisation des Technischen Hilfswerkes beschäftigt hat", erzählt Seekatz, der natürlich zugleich in seinem eigenen Ortsverband diese neuen Strukturen mit durchzusetzen hatte. Gab es beispielsweise früher in Westerburg nur einen Bergungsdienst, so wurde das Technische Hilfswerk 1998 durch die Aufstellung der technischen Züge bedarfsgerecht optimiert. Im Einsatzfall wird dabei auch mit anderen Verbänden kooperiert, und das nun auch über die Landesgrenze hinaus.

Kooperation, die liegt Seekatz besonders am Herzen, und das auch als Leiter der Ordnungsverwaltung in der Verbandsgemeinde Westerburg. Er gilt als Hauptinitiator einer Partnerschaft zwischen DRK, Feuerwehr, Bundeswehr und dem THW Westerburg. Und er wünscht sich, dass diese Partnerschaft noch stärker praktiziert werde.

Typisch für die - bislang zum Glück von Naturkatastrophen verschont gebliebene - Region sei, dass es noch viele Menschen im Westerwald geben würde, die sagen: "Technisches Hilfswerk, was ist das denn?" Hier müsse ein stärkeres öffentliches Bewusstsein erreicht werden. In anderen Gegenden sei das gar kein Problem und gerade Einsätze wie im Münsterland nach dem Stromausfall 2005 hätten gezeigt, wie flexibel und länderübergreifend heute das THW eingesetzt werden kann.

Spontan äußerte Seekatz noch einen weiteren Wunsch im Blick auf die Zukunft des THW, in dem bundesweit rund 76 000 Helfer ehrenamtlich in Ortsverbänden tätig sind. "Ich wünsche mir, dass diese Ehrenamtlichen mehr Gehör finden und die Erfahrungen von Einsätzen stärker einbezogen werden." Dann würden sich die Freiwilligen auch stärker in der Organisation wieder finden können.

Inhaltlich werde sich wohl in Zukunft an der Aufgabenstellung des THW nichts ändern. "Das passt schon", so Seekatz. Denn humanitäre Hilfe sei ein umfassendes Feld und auch der Katastrophenschutz ein weites Gebiet, wenn man beispielsweise an die Naturkatastrophen denke. Für diese Aufgaben sei die Hilfsorganisation heute gut aufgestellt .

"Ich habe das gern gemacht", bekennt Seekatz zu seinem ehrenamtlichen Engagement, das auch einen enormen zeitlichen Einsatz bedeutete. So war er beispielsweise in seiner Funktion als Bundessprecher mindestens 25 Wochenenden pro Jahr unterwegs.

Für seine Verdienste um das THW wurde Günther Seekatz mehrfach ausgezeichnet: 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1993 das THW-Ehrenzeichen in Gold und 1987 das THW-Ehrenzeichen in Silber .

Text:Angela Baumeier
aus: Westerwälder Zeitung vom 18.01.2006, Seite 22.


18.01.2006 - Verfasser: Thorsten Kraft

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